{"id":101,"date":"2026-01-13T18:46:45","date_gmt":"2026-01-13T17:46:45","guid":{"rendered":"https:\/\/cyclist.lu\/?p=101"},"modified":"2026-01-14T14:52:39","modified_gmt":"2026-01-14T13:52:39","slug":"ein-kleines-feines-team","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cyclist.lu\/index.php\/2026\/01\/13\/ein-kleines-feines-team\/","title":{"rendered":"Ein kleines, feines Team"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein kleines, feines Team<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Jugend war er selbst Radrennen gefahren, hat sp\u00e4ter auch Duathlon und Triathlon ausprobiert. Aber dann kam die Arbeit, der Hausbau, die Familie. Auch wenn die Zeit f\u00fcr eigene Wettbewerbe fehlte, so blieb Jean-Claude Anen doch immer seinem Radsport treu, ist er ein emsiger Sammler von Memorabilien und verfolgte die Wettbewerbe genau. \u201cChristian Helmig war mir 2009 erstmals bei den Landesmeisterschaften aufgefallen. Da schlug er Ralph Diseviscourt im Sprint um den Titel der Elite ohne Vertrag. Auf dem Podium konnte er nur einige Brocken Luxemburgisch mit amerikanischem Akzent. Beim Cross in Zessingen sah ich ihn wieder. Er fuhr ein altes Rad von Cannondale, sein einziges. Aber er war vorne dabei, das war enorm\u201d, erinnert er sich lachend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da seine Pensionierung vor der T\u00fcr stand, nahm sich der gelernte Automechaniker die Zeit, den heutigen technischen Direktor der FSCL unter seine Fittiche und organisierte bei Larry von Trisport sogar sogleich ordentliches Material. Von 2014 bis 2016 waren die beiden viel zusammen unterwegs, denn schlie\u00dflich stand Christian Helmig sehr knapp vor einer Qualifikation f\u00fcr die Spiele in Rio im olympischen Cross Country. \u201cIm Winter 2016\/17 wurde es dann manchmal ein wenig hektisch, da die Frauen kurz vor den M\u00e4nnern fuhren, aber eigentlich lief auch das sehr gut\u201d, erinnert sich der ehrenamtliche Helfer. L\u00e4ngst hatte er sich mit seiner gr\u00fcndlichen Arbeit und zur\u00fcckhaltenden Art auch beim Verband unverzichtbar gemacht. Dort hatte Christine Majerus ihn sch\u00e4tzen gelernt und ihn zu einem Puzzlest\u00fcck in ihrer wichtigen Wintersaison 2016\/17 auserkoren. F\u00fcr Christian waren die Cyclocrossweltmeisterschaften in Bieles der gro\u00dfe Karriereabschluss. Und f\u00fcr Christine ein gro\u00dfer H\u00f6hepunkt ihrer am Ende 16-j\u00e4hrigen Profikarriere mit der B\u00fcrde der gesammelten heimischen Hoffnungen und Erwartungen. So dass er eine Wintersaison lang beide gleichzeitig betreute.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201cWir haben gut zusammengepasst. Jeder machte gewissenhaft seine Arbeit und keiner mischte sich in die Angelegenheiten des Anderen. Ich bin schlie\u00dflich kein Trainer oder Manager und Christine wei\u00df genau, was sie tut. Meine Arbeit hat sie genauso respektiert, mir komplett vertraut und ich hatte ihr ganzes Material auch immer bei mir zuhause. Habe mich gek\u00fcmmert, dass immer alles passte\u201d, erz\u00e4hlt er von den gemeinsamen acht Jahren. \u201cIn so einer langen Zeit lernt man sich gut kennen. Ich war oft bei ihr zuhause oder sie bei mir. Wir waren eigentlich eine Familie. Auch wenn sie im Sommer mit ihrem Team unterwegs war, blieben wir immer im Kontakt. Immer mal wieder erhielt ich von irgendwo eine sebst gemalte Karte. Die war auch mal vom ganzen Team unterschrieben und Christine immer f\u00fcr eine liebe \u00dcberraschung gut.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christine Majerus hat die Entwicklung des Frauenradsports von teils bel\u00e4chelten Randfiguren bis zur heutigen Anerkennung in erster Reihe erlebt. Genauso durchlebte sie die Weiterentwicklung \u201cihres\u201d Frauenteams SD Works fast von den Anf\u00e4ngen als Profiteam Boels Dolmans bis zur heutigen Benchmark im Frauenradsport. Da sie sich dort wohl f\u00fchlte, kam ein Wechsel nie in Frage. So wie sie ihrem pers\u00f6nlichen Trainer Michel Zangerl\u00e9 seit den Anfangstagen beim SaF Z\u00e9isseng treu blieb. Auch an ihrem M\u00e9cano wusste sie, was sie hatte. Wie sie regelm\u00e4\u00dfig vor der Presse betonte. Mit Christine Majerus, Christian Helmig und auch S\u00f8ren Nissen hat dieser die luxemburgische Elite im letzten Jahrzehnt bei der Fahrt durchs Gel\u00e4nde selbstlos unterst\u00fctzt und urteilt \u00fcber seine Fahrer: \u201eIch h\u00e4tte nie die Leistung von einem von ihnen kritisiert, habe nie etwas dazu gesagt. Alle meine Athleten haben immer ihr Bestes gegeben!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An den heimischen H\u00f6hepunkt der Weltmeisterschaft in Bieles erinnert er sich gerne zur\u00fcck: \u201eDieser Cross zuhause war schon toll. Genial da dabei zu sein. Mit diesen Menschenmassen und dann diese tolle Atmosph\u00e4re.\u201c Obwohl Christine Majerus als leidenschaftliche Leistungssportlerin auch eine \u201esehr emotionale, explosive Seite\u201c habe, so hatten die beiden in all den Jahren nie eine Diskussion miteinander. Aber bei den Weltmeisterschaften ein Jahr sp\u00e4ter in Valkensburg als einem weiteren H\u00f6hepunkt sehr unterschiedliche Meinungen, wie er berichtet: \u201eDas war auf jeden Fall ein High-light, aber auch eine Entt\u00e4uschung. F\u00fcr mich war ihr vierter Platz super. Am Materialposten eine halbe Runde vor Schluss kam sie aber noch vor Lucinda Brand als Dritte vorbei. Mit ihren beiden Reserver\u00e4dern und dem Werkzeug ging ich dann zur\u00fcck zum Camper. F\u00fcr Christine war das Resultat hingegen eine Riesenentt\u00e4uschung. Sie hatte alles gegeben und als sie zum Camper zur\u00fcck kam, pfefferte sie ihr Rad in eine Hecke. Fiel mir heulend in die Arme. Ich war froh, dass bald Fabienne hinzukam, denn ich bin nicht so der Seelentr\u00f6ster.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl er mit dieser -nachvollziehbaren- Reaktion \u00fcberhaupt kein Problem hatte, trat Christine Majerus sp\u00e4ter noch einmal an ihn heran und entschuldigte sich f\u00fcr ihr Verhalten. Bewundernd z\u00e4hlt Jean-Claude Anen jedoch lieber auf, was sie alles leistete. W\u00e4hrend er \u201enur\u201c daf\u00fcr sorgte, dass das Material immer in vorbildlichem Zustand bereitstand und den Camper quer durch Europa fuhr, habe sie sich neben ihrer sportlichen Leistung um alles Organisatorische gek\u00fcmmert, um Einschreibungen und Akkreditierungen. Daneben immer mal wieder bequemere AirBnBs und Hotels gebucht. Ihre Freundin Fabienne k\u00fcmmerte sich hingegen um die W\u00e4sche, den mentalen Bereich und auch die Pressearbeit. \u201eEs hat viel Spass gemacht und ich habe viel erlebt. Wir waren ein kleines, feines Team\u201c, urteilt er r\u00fcckblickend und betont ausdr\u00fccklich: \u201eChristine lebte wirklich f\u00fcr ihren Sport!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein kleines, feines Team In der Jugend war er selbst Radrennen gefahren, hat sp\u00e4ter auch Duathlon und Triathlon ausprobiert. Aber dann kam die Arbeit, der Hausbau, die Familie. Auch wenn die Zeit f\u00fcr eigene Wettbewerbe fehlte, so blieb Jean-Claude Anen doch immer seinem Radsport treu, ist er ein emsiger Sammler von Memorabilien und verfolgte die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":102,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-101","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/cyclist.lu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/101","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/cyclist.lu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/cyclist.lu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cyclist.lu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cyclist.lu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=101"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/cyclist.lu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/101\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":186,"href":"https:\/\/cyclist.lu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/101\/revisions\/186"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cyclist.lu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/102"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/cyclist.lu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=101"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/cyclist.lu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=101"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/cyclist.lu\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=101"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}