{"id":123,"date":"2026-01-13T19:05:13","date_gmt":"2026-01-13T18:05:13","guid":{"rendered":"https:\/\/cyclist.lu\/?p=123"},"modified":"2026-07-02T15:36:36","modified_gmt":"2026-07-02T14:36:36","slug":"am-mittelmeerschwung-holen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cyclist.lu\/index.php\/2026\/01\/13\/am-mittelmeerschwung-holen\/","title":{"rendered":"Am Mittelmeer \u2013 Schwung holen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Am Mittelmeer &#8211; Schwung holen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An der Costa del Sol rund um die Touristenhochburg Denia ist es jeden Winter sch\u00f6n bunt. Statt der Urlaubsbusse tummeln sich dort die bunt lackierten LKWs, Serviceautos und Teambusse der professionellen Radsportteams. Mitten zwischen dem ganzen Gewusel findet sich eine noch buntere Schar an Radsportlern. Mit ihren alten Vertr\u00e4gen und Trikots mischen sich manche Profis auf brandneuen R\u00e4dern unter ihre neuen Teamkollegen. Die Stra\u00dfensaison und damit auch die Vertr\u00e4ge der Radprofis laufen von Kalenderjahr zu Kalenderjahr. Aber nach den letzten Rennen im Oktober und einer wohlverdienten Pause ist es im Radsport Ehrensache, dass die Teams ihre Abg\u00e4nge bereits f\u00fcr die neuen Arbeitgeber freistellen. Sp\u00e4testens beim Grundlagentraining im Dezember gilt es n\u00e4mlich die Basis f\u00fcrs n\u00e4chste Jahr zu legen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Saison 2023 stieg Tudor zum UCI Pro Team auf und seither verbringen Arthur Kluckers und Luc Wirtgen ihren Dezember und Januar gr\u00f6\u00dftenteils am Mittelmeer. Letzterer erz\u00e4hlt: \u201eIch freue mich immer sehr, bereits im November bei einem ersten Treffen in der Schweiz die Kollegen wiederzusehen und mein neues Material zu erhalten. Nach einer ersten Woche Pause im Herbst kribbelt es bei mir n\u00e4mlich schon wieder. Radprofi ist man nur, wenn man leidenschaftlich gerne Rad f\u00e4hrt.\u201c Dort wurde mit den sportlichen Leitern auch bereits grob die Saison geplant und mit den Neuen gab es zwei Tage Teambuilding. Luc und Arthur fuhren 2024 etliche Rennen zusammen, freuen sich zwischendurch Luxemburgisch zu reden, aber am Mittelmeer teilten sie kein Zimmer. Tudor Pro Cycling packt seine Fahrer passend nach ihrem Schlafzeiten und Vorlieben wie offenes Fenster oder Klimaanlage zusammen. Nach diesen ersten Lehrg\u00e4ngen ist das Team dann in alle Winde zerstreut und Luc trainiert zuhause oft mit Bob Jungels oder Mats Wenzel aus dem Nachbardorf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr seine 13. Profisaison wechselte Bob Jungels zu seinem f\u00fcnften Profiteam Ineos Grenadiers. Bereits im Oktober organisierten diese ein erstes Kennenlernen am Teamsitz in Manchester. Im Dezember stand ein klassisches Trainingslager in Spanien an und im Januar ging es f\u00fcr den Etappensieger der Tour de France 2022 bereits ins H\u00f6hentrainingslager. Der Sieger von Li\u00e8ge-Bastogne-Li\u00e8ge 2018 w\u00fcrde gerne noch einmal an seine St\u00e4rke insbesondere bei den Klassikern ankn\u00fcpfen. Diese visiert neben seiner wichtigen Arbeit f\u00fcrs Team und als Anfahrer von Mats Pedersen auch Alex Kirsch an. Der 32-J\u00e4hrige f\u00e4hrt bereits seine siebte Saison f\u00fcr Lidl-Trek. Ganz klassisch seien sie Mitte Dezember und Mitte Januar in den Vorbereitungslehrg\u00e4ngen an der Costa del Sol gewesen. Er erkl\u00e4rt: \u201eDaran hat sich in den Jahren nicht so viel ge\u00e4ndert. Im Dezember sind es viele Stunden Ausdauer, im Januar wird es dann schon intensiver. Aber in der Trainingswissenschaft und in der Ern\u00e4hrung hat sich in den letzten zwei, drei Jahren doch viel entwickelt. So wird mit den Spezialisten in letzter Zeit individueller gearbeitet. F\u00fcr das Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl im Team, das neue Material, Leistungstests, Sponsoring- und Medienarbeit ist deshalb der Dezember besonders wichtig.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann teilen sich bei Lidl-Trek die jungen Profis zehn Tage lang ein Zimmer mit erfahrenen Fahrern wie Alex Kirsch. Schauen sich ab, wie diese mit dem Druck, Stress und der Regeneration umgehen und haben Zeit f\u00fcr Fragen. Im Januar ist dann bereits eine Mannschaft in Australischen unterwegs, andere fahren in erste H\u00f6hentrainingslager und Alex Kirsch testete neben dem Lehrgang auch noch drei Tage mit einigen anderen Klassikerfahrern in Belgien. Dort spielte Team Support Manager Glen Lewen eine wichtige Rolle: \u201eWir kennen uns von klein auf, es war prima dort zusammen mit ihm zu arbeiten und er hatte ein paar tolle Ideen mit dem Material. Das richtige Material auszuw\u00e4hlen ist bei den Klassikern im Fr\u00fchjahr sicher wichtiger und komplizierter als bei anderen Rennen.\u201c Nach einem ersten Rennblock ging es f\u00fcr seinen Teil des Teams im Februar\/ M\u00e4rz dann noch einmal zum Feinschliff nach Mallorca.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anfang Februar fuhr Mats Wenzel ein solches Vorbereitungsrennen auf Mallorca und der Neoprofi erz\u00e4hlt: \u201eAls Profi gibt es jetzt keine einfachen Rennen mehr. Sogar auf einem Punkt1-Rennen wie auf Mallorca f\u00e4hrt ein Marc Hirschi (U23-Weltmeister 2018 und TdL-Sieger von 2023) mit und es geht gleich zur Sache.\u201c Nach ihren gro\u00dfen Lehrg\u00e4ngen holen sich die Teams bei diesen Rennen in Frankreichs S\u00fcden und Spaniens Osten den Rennrhythmus. Besonders gut kommt traditionell Kevin Geniets aus den Startl\u00f6chern. Der Landesmeister feierte dieses Jahr ausnahmsweise seinen 28. Geburtstag zuhause. Die Jahre zuvor war er am 9. Januar eigentlich immer mit seinem Team Groupama-FDJ im gleichen Hotel neben dem Pe\u00f1\u00f3n de Ifach in Calpe. Nun ging es aber bereits am 10. Januar zum Teide auf die Kanaren und Kevin Geniets erkl\u00e4rte dem Tageblatt: \u201eIch will in diesem Jahr am Anfang der Saison wieder ganz vorne mitfahren. Deswegen fahre ich auch noch mal ins H\u00f6hentrainingslager, um mich auf diese Rennen optimal vorbereiten zu k\u00f6nnen. Ich m\u00f6chte wieder ein Rennen (wie den GP de Marseille 2024) gewinnen, daf\u00fcr muss aber alles perfekt laufen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mats Wenzel ist zwar erst diese Saison in die zweite Liga aufgestiegen, aber er findet: \u201eAuch wenn das Training jedes Jahr etwas intensiver wird, so war der Sprung zu einem ProTeam nicht so gro\u00df. Wir wurden bereits letztes Jahr im Farmteam von Lidl Trek sehr professionell betreut.\u201c Die gr\u00f6\u00dfere Umstellung sei die Sprache gewesen. Er ist der einzige Ausl\u00e4nder bei seinem neuen Team Kern Pharma. Beim ersten Kennenlernen mit dem ganzen Team nahe Pamplona im November verstand er wenig, aber das war beim gemeinsamen Radfahren, Paintball spielen und gut essen auch nicht so wichtig. Die Teambesprechungen vor den ersten Rennen waren hingegen schwieriger, aber alle seien mit englischen Erkl\u00e4rungen sehr hilfsbereit. Beim letzten Lehrgang in Malaga ganz im S\u00fcden Spaniens verstand er dann schon deutlich mehr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Saisonvorbereitung des aktuell erfolgreichsten luxemburgischen Radsportlers erinnert hingegen an alte Zeiten: Zwar war auch Marie Schreiber Mitte Januar bei ihrem Team SD Worx-Protime an der Costa del Sol. Dort hatte sie jedoch vor allem das Weltcuprennen in Benidorm am 19. Januar im Visier. Wo ihre Teamkolleginnen sie aufs Podium br\u00fcllten. Nach einer kompletten Cyclocrosssaison gewann sie am 5. Februar schlie\u00dflich das C2-Rennen in Maldegem. Drei Tage vorher hatte die Gel\u00e4ndespezialistin mit dem Vizeweltmeistertitel der U23 endlich ihre erste WM-Medaille und sie twitterte: \u201eDas war das letzte Rennen meiner Saison. Ich plante mich komplett leer zu fahren und das bis zum Schluss durchzustehen. Danach ist Off-Saison und ich kann so m\u00fcde sein wie ich will. Ich wollte mit einem Sieg aufh\u00f6ren und jetzt liegt der Riemen eine Zeit lang runter. Meine Stra\u00dfensaison f\u00e4ngt erst Anfang April an.\u201c Dabei macht die Cross-Spezialistin auch auf der Stra\u00dfe gro\u00dfe Fortschritte, seit sie vor zwei Jahren bei SD Worx-Protime unterschrieben hat. Gerade bei den Klassikern soll sie sich vermehrt zeigen. Nicht nur ihre Vorg\u00e4ngerin bei SD Worx Christine Majerus, sondern auch Wout van Aert und Mathieu van der Poel zeigen dabei, dass auch heute noch intelligent geplante Cyclocrossrennen und -trainings gut auf eine Stra\u00dfensaison vorbereiten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"616\" height=\"552\" src=\"https:\/\/cyclist.lu\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2026-01-14-12_39_01-Impostazioni.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-169\" srcset=\"https:\/\/cyclist.lu\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2026-01-14-12_39_01-Impostazioni.png 616w, https:\/\/cyclist.lu\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2026-01-14-12_39_01-Impostazioni-300x269.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 616px) 100vw, 616px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Mittelmeer &#8211; Schwung holen An der Costa del Sol rund um die Touristenhochburg Denia ist es jeden Winter sch\u00f6n bunt. 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