{"id":97,"date":"2026-01-13T18:39:20","date_gmt":"2026-01-13T17:39:20","guid":{"rendered":"https:\/\/cyclist.lu\/?p=97"},"modified":"2026-01-14T14:59:27","modified_gmt":"2026-01-14T13:59:27","slug":"schnell-gut-ruhigund-umweltfreundlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cyclist.lu\/index.php\/2026\/01\/13\/schnell-gut-ruhigund-umweltfreundlich\/","title":{"rendered":"Schnell, gut, ruhigund umweltfreundlich"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schnell, gut, ruhigund umweltfreundlich<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>LVI hei\u00dft jetzt ProVelo, aber sonst \u00e4ndert sich nix. Oder wenig. Seit langen Jahren k\u00e4mpft deren Pr\u00e4sidentin Monique Goldschmit um den Stellenwert des Fahrrads in unserer Gesellschaft.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"447\" height=\"641\" src=\"https:\/\/cyclist.lu\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2026-01-13-18_37_38-Greenshot.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-98\" style=\"aspect-ratio:0.6973405162957366;width:180px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/cyclist.lu\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2026-01-13-18_37_38-Greenshot.png 447w, https:\/\/cyclist.lu\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2026-01-13-18_37_38-Greenshot-209x300.png 209w\" sizes=\"auto, (max-width: 447px) 100vw, 447px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>cyclist:<\/strong> Wie steht es eigentlich um das Fahrrad als Fortbewegungsmittel in Luxemburg?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Monique Goldschmit:<\/strong> Mein pers\u00f6nliches Gef\u00fchl ist, dass es viel mehr Radfahrer gibt. Vor allem bei gutem Wetter, aber man sieht auch viele Radfahrer, die selbst im Winter fahren. Viele Menschen wollen Radfahren. Auch zur Arbeit oder zum Einkaufen. Aber nicht jeder f\u00fchlt sich sicher. Das sieht man daran, wie viele bei gutem Wetter auf dem Kirchberg unterwegs sind. Aber wenn man ein wenig weiter rausf\u00e4hrt oder im l\u00e4ndlichen Raum, dann sind es viel weniger. Wie viele Menschen fahren gerne Rad und wie viele w\u00fcrden gerne fahren\u2026 wenn die Bedingungen besser w\u00e4ren?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>cyclist:<\/strong> Laut Ihren Zahlen vom letzten Jahr sind nur 630 der vorgesehenen 1.100 Kilometer Radwege bereit. Wie sieht es da aus?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Monique Goldschmit:<\/strong> Noch heute morgen (Anfang M\u00e4rz, Anm. d. Red.) haben wir im B\u00fcro die Liste f\u00fcr die Ponts&amp;Chauss\u00e9es aktualisiert. Seit 4, 5 Jahren hat sich da kaum was ge\u00e4ndert. Frau Ministerin Backes hat zwar Anfang des Jahres einige Abschnitte zur Priorit\u00e4t erkl\u00e4rt, aber die waren das bereits unter Herrn Minister Bausch. Seit Jahren reden wir vom PC27, der L\u00fccke in Martelingen wo die Radfahrer auf die Hauptstra\u00dfe m\u00fcssen. Es gibt viele Beispiele, aber wenigstens gibt es endlich die Verl\u00e4ngerung am Irrg\u00e4rtchen. Doch auch das war eine Geschichte von 10 Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>cyclist:<\/strong> Regelm\u00e4\u00dfig regen sich Autofahrer auf, dass Radsportler im Training neben einem Radweg auf der Stra\u00dfe fahren. Wie sehen Sie das?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Monique Goldschmit:<\/strong> F\u00fcr mich geh\u00f6ren Radsportler im Training auf die Stra\u00dfe. Allerdings sagt der Code de la Route, dass die Radfahrer auf Radwegen fahren m\u00fcssen, die mit dem runden, blauen Schild gekennzeichnet sind. Radwege sind aber f\u00fcr Geschwindigkeiten bis 25 Stundenkilometer ausgelegt. Da sind auch viele Kinder, Spazierg\u00e4nger oder langsame Radfahrer unterwegs. Bereits mit den ebikes wird die Geschwindigkeit h\u00f6her und es kommt zu Konflikten. Die Radwege sind nicht breit genug f\u00fcr so viele Radfahrer mit so unterschiedlichen Geschwindigkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>cyclist:<\/strong> Wo sehen Sie noch Gefahren?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Monique Goldschmit:<\/strong> Die 1,50 Meter Abstand beim \u00dcberholen! Seit 2018 steht es im Code de la Route. Gemeinsam mit dem Radsportverband wurden wir 2024 bei der Polizeidirektion vorstellig, dass die das endlich kontrollieren sollen. Aber die meinen, sie k\u00f6nnten das nicht kontrollieren. Durch die Aufkl\u00e4rungskampagnen wurde die Gefahr vielen Autofahrern bewusst und es halten sich viele daran. Aber wer es nicht tut, wird daf\u00fcr nicht bestraft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>cyclist:<\/strong> Kommen wir zum n\u00e4chsten Streitpunkt: Mit den anderthalb Metern muss man auf einer normalen Landstra\u00dfe einen Radfahrer eh \u201crichtig\u201d \u00fcberholen. Das hei\u00dft auf die Gegenspur. Wie sehen Sie es dann, wenn z.B. eine Gruppe von sechs Radfahrern teilweise nebeneinander f\u00e4hrt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Monique Goldschmit:<\/strong> Auch mit dem Thema waren wir letztens im Mobilit\u00e4tsminist\u00e8re. Der Code de la Route l\u00e4sst sich weit auslegen: Au\u00dferhalb der Ortschaften darf man nebeneinander fahren, wenn es gut sichtbar ist. Aber in un\u00fcbersichtlichen Kurven kann ich eh nicht \u00fcberholen. Sie haben Recht, dass man mit 1,5 Metern auf die Gegenspur muss. Wenn also sechs Radfahrer hintereinander statt 2 und 2 fahren, sind sie doppelt so lang. Von der L\u00e4nge her muss ich einen Bus statt einen Lieferwagen \u00fcberholen. Aber das ist ein schwieriges Thema.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>cyclist:<\/strong> Ein schwieriges Thema ist auch der Klimawandel. Wie sehen Sie da die Rolle vom Rad?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Monique Goldschmit:<\/strong> Die staatlichen Subsiden f\u00fcrs Rad kamen nur, weil wir intervenierten. Die Logik ist klar: Wenn eAuto f\u00fcr den Klimaschutz gef\u00f6rdert wird, dann auch ebike. Und wenn ebike, dann auch bike. Das Rad ist ein Teil der L\u00f6sung. Einmal gebaut, braucht ein Rad keine Energie au\u00dfer Muskelkraft. Das ebike wenig, das eAuto schon deutlich mehr. Und zus\u00e4tzlich kommst du frisch an, hast nach dem Radfahren den Kopf frei. Die besten Ideen kommen mir beim Radfahren. Nat\u00fcrlich muss man im Verkehr pr\u00e4sent und aufmerksam sein. Aber du steckst in deiner Umwelt, f\u00fchlst, riechst und h\u00f6rst sie, statt in einer Blechdose zu stecken. Das Rad ist ein Mittel, sich schnell, gut, ruhig und umweltfreundlich zu bewegen. Es ist leise. Durch den motorisierten Verkehr wird eine Stadt laut. Ohne diesen Verkehr und L\u00e4rm f\u00fchlen wir uns wohl. Dieses pers\u00f6nliche Wohlf\u00fchlen wird wichtiger und ist auch greifbarer als der Klimawandel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>cyclist:<\/strong> Kennen Sie eigentlich den aus Spanien stammenden \u201ebicibus\u201c (s. Tipps &amp; Trends) und was halten Sie davon?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Monique Goldschmit:<\/strong> Ja, nat\u00fcrlich und auch hier in Luxemburg gibt es einige \u00e4hnliche Initiativen. Die gehen oft von Elternvereinigungen aus und sind zeitlich beschr\u00e4nkt, etwa w\u00e4hrend einer Mobilit\u00e4tswoche oder am Ende des Schuljahres. In Mamer, Larochette, auch in Roeser haben wir tolle Initiativen gesehen. In Strassen hat die Gemeinde sogar zwei Stellen geschaffen, die mit den Kindern zur Schule radeln. In der Hauptstadt gibt es dann den Pedibus zu Fu\u00df. Es ist gut, dass die Kinder sich so sicher zur Schule bewegen k\u00f6nnen. Aber eigentlich muss der Schulweg so sein, dass Kinder das nach ein paar Mal unter Aufsicht auch alleine schaffen. Oft sind aber gerade Elterntaxis die Gefahr. Da finde ich es gut, wenn die direkte Umgebung der Schule um die Zeit f\u00fcr Autoverkehr gesperrt wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schnell, gut, ruhigund umweltfreundlich LVI hei\u00dft jetzt ProVelo, aber sonst \u00e4ndert sich nix. Oder wenig. Seit langen Jahren k\u00e4mpft deren Pr\u00e4sidentin Monique Goldschmit um den Stellenwert des Fahrrads in unserer Gesellschaft. cyclist: Wie steht es eigentlich um das Fahrrad als Fortbewegungsmittel in Luxemburg? 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